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NEPAL

von Sonami Adhikari und Marie Kramer

Aus den meisten Köpfen sind die Erinnerungen an das schreckliche Erdbeben im Frühjahr 2015 bereits verschwunden. Doch dort herrschen immer noch Ausnahmezustände. Viele Häuser konnten noch nicht wieder aufgebaut werden, die Besitzer leben in Zelten. Einige Schulen sind immer noch in Trümmern und der Unterricht findet in Übergangs-Containern statt, ohne Heizung oder Klimaanlage. Vor allem in den kleinen Dörfern spürt man immer noch die extremen Auswirkungen des 7.8 starken Erdbebens.
Was die Menschen in Nepal also sehr dringend brauchen ist Geld. Deswegen starten wir, die Klasse 10 b des Camerloher-Gymnasium, zum zweiten Mal eine Spendenaktion, deren Erlös zu 100% an die Erdbebenopfer in Nepal geht. Bereits eine Woche nach dem Erdbeben konnten wir durch ein Spendenabend ungefähr 7400 € sammeln. Nächsten Monat wollen wir nun erneut den Menschen in Nepal helfen, und zwar im Rahmen des diesjährigen Uferlosfestivals. Dort haben wir an zwei Tagen einen eigenen Stand, an dem wir meist selbstgemachte, traditionell nepalesische Produkte verkaufen. Außerdem werden wir einen Vortrag halten und haben eine Tanzeinlage vorbereitet. Die Einnahmen gehen hauptsächlich an eine Schule für Kinder und Jugendliche bis zur 10 Klasse, die in Gorkha liegt, dem ersten Epizentrum des Erdbebens. Die Schule wurde letztes Jahr komplett zerstört. Mit den Spenden kann man den Wiederaufbau vorantreiben, und den Kindern Alltagsgegenstände wie z.B. Buntstifte und Hefte kaufen, um ihn ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.
Wenn Sie nicht zum Uferlos kommen können, aber trotzdem gerne spenden möchten, können Sie auf das Konto der Fördervereins Camerloher e.V. unter dem Stichwort „Nepal“ überweisen:
Sparkasse Freising
IBAN: DE94 700 510 03 000000 8060
BIC: BYLADEM1DSI
Kennwort „Nepal“
QWtEV6gM cv08mkTp
KiF1uu0O hUGmXJlh
yX7gBeBw

Ein nepalesischer Blick auf Weihnachten

von Marie Kramer und Sonami Adhikari

Die meisten Menschen haben eine ganz bestimmte Vorstellung von Weihnachten. Schon Wochen vorher fängt man an, die Geschenke zu besorgen, kauft und schmückt den Weihnachtsbaum oder backt Plätzchen. Dann, am Weihnachtsabend, geht man mit seiner Familie in den Gottesdienst, macht zuhause Fondue und packt die Geschenke aus. Weihnachten gehört für uns zum Winter, wie der Glühwein zum Weihnachtsmarkt. Aber so ist das natürlich nicht allerorts.
In Nepal ist Weihnachten lang nicht so populär wie hierzulande. Was logisch ist, es gibt dort nur wenige Christen, also hat keiner wirklich Ahnung, wieso man Weihnachten eigentlich feiert. Aber viele können sich diesem Zauber trotzdem nicht entziehen. Es gibt einen Santa Claus, und in den Supermärkten auch einen Tannenbaum. Aber keinen Adventskalender, keine Plätzchen. Das wichtigste bekommt man aber auch in Nepal: Geschenke. Aber natürlich nicht so viele wie in Deutschland.
Doch die Nepalesen haben einen würdigen Ersatz für Weihnachten gefunden: Dashim, das wichtigste Fest für die Hindus in Nepal. Mit diesem Fest erinnert man sich an den Sieg des Gottes Ram über das Böse, dem Ravan, und dem Sieg der Göttin Durga über Mahishasur. Vor Beginn des Festes werden alle Häuser geschmückt und in vielen Orten werden Schaukeln aus Bambus und Kokosseilen für Kinder errichtet, die während des ganzen Festes stehen bleiben. In Nepal sagt man, dass, wenn man beim Abschwingen auf der Schaukel den Boden verlässt, alle schlechten Gefühle fortgenommen und durch neue lebensspendende Gefühle ersetzt werden. Das ganze Fest dauert insgesamt 10 Tage. Während es in den ersten Tagen noch keine besonderen Rituale gibt, ändert sich dies mit dem 7. Tag. Denn dann ist der Tag der Blumen, die zu Ehren des Königs geopfert werden. Am Tag darauf beginnen die Tieropferungen. Bei den Familien zuhause werden dabei jedes Jahr Tiere geschlachtet. Ziegen und Schafe werden am häufigsten geopfert, aber auch Schweine und Wasserbüffel landen unter dem Schlachtmesser. Aber auch wenn dies ziemlich wichtig für die Nepalesen ist, am wichtigsten ist der zehnte Tag. An diesem Tag gibt es ein großes Familienfest, bei dem die jüngeren Familienmitglieder den Segen von ihren Eltern und anderen älteren Familienmitgliedern bekommen. Der Segen wird ausgedrückt durch einen Punkt rot gefärbten Reis auf der Stirn, die Tika. Zu jedem dieser Tika bekommen die Kinder noch Geld geschenkt. Tradition ist es auch, dass man neue Kleidung trägt und möglichst viele Verwandte besucht. Alle Kinder lieben Dashain, weil sie dadurch mindestens 16 Tage frei haben. Außerdem, welches Kind bekommt den nicht gerne Geld von seinen Verwandten?